3+1=5 - der andere Wochenrückblick KW35/15

Heute möchte ich die Aufmerksamkeit meiner Leser auf die englische Blog-Szene lenken. Auf meiner Knowhow-Seite habe ich natürlich neben deutschen auch einige sehr gute englischsprachige Blogs verlinkt. Die folgenden 3 Artikel sind mir in der letzten Woche im Internet aufgefallen - und natürlich habe ich auch wieder einen älteren Artikel beigemischt, ganz wie es die 3 + 1 Aufteilung vorsieht.


Ein erster lesenswerter Artikel kommt vom Blogger Tiho, der für die Emerging Markets ein signifikantes Tief ausruft: Emerging Markets Bottom!

Wie der Name der Seite schon signalisiert, haben wir es hier mit einem waschechten Contrarian zu tun, der eher langfristig agiert und Makrotrends beobachtet. The short side of long publiziert immer wieder interessante Charts zur Entwicklung der Märkte und hebt sich dadurch vom Mainstream ab, wie sie kommentiert und diskutiert werden. Zum Contrarian-Anlagestil empfehle ich auch diesen Artikel aus meinem Blog.

 

Ein weiterer ausgezeichneter Blog ist Farnam Street. Ein aktueller Artikel zum Thema komplexe Systeme (wie die Börse) mit dem Titel Making decisions in a complex adaptive system kommt in der jetzigen Situation gerade recht, um uns daran zu erinnern, dass wir auf der Suche nach Mustern und Kausalitäten, oft unzulässige Annahmen treffen und versuchen Kursentwicklungen zu prognostizieren bzw. diese auf Ursachen zurückzuführen. Das gesamte System ist aber mehr als seine Einzelteile und sollte auf Systemlevel betrachtet werden.

 

Die dritte Empfehlung zu englischsprachigen Blogs betrifft einen weiteren Favoriten von mir: Jason Zweig - Blogger, Kolumnist, aber auch Buchautor (zum Beispiel des Titels "Gier - Neuroökonomie: Wir wir ticken, wenn es ums Geld geht.") In der bereits älteren Kolumne aus 2014 Read 'Em and Reap geht es darum, dass das was wir lesen und welchen Leuten wir folgen, vermutlich genauso wichtig ist für den Investmenterfolg, wie die Strategie bzw. die Wertpapiere, die wir halten. Denn wer langfristig erfolgreich sein will, sollte bewußt solche Autoren lesen, die den gleichen Fokus haben und also langfristig agieren. Damit kann man vermeiden, in Aktionismus zu verfallen und kurzfristig auf News zu agieren, was leicht geschieht, wenn man Quellen liest, die sich über Werbung finanzieren und entsprechend reißerische Headlines und Artikel publizieren. Dazu paßt auch dieser Blog-Artikel und natürlich hat Jason Zweig eine ganze Reihe von Empfehlungen zu guten Quellen im Internet parat.

 

Zu guter letzt, nach den turbulenten Tagen der vergangenen Woche, ist erwähnenswert, dass der Blog Fazit der FAZ einen guten Artikel zur Zinsentwicklung veröffentlich hat. Die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben von Gerald Braunberger faßt die verschiedenen Theorien zusammen, die die Wissenschaft zum Rückgang des Realzins seit etwa 25 Jahren parat hat und gibt einen Ausblick, dass die Situation aus verschiedenen Gründen anhalten könnte. Vor dem Hintergrund der Nervosität vor dem ersten Zinsschritt der FED in den USA sollte man die Historie und die Größenordnungen sich vergegenwärtigen. Zitat: "Immer mehr Ökonomen sehen die aktuelle Niedrigzinsphase als Bestandteil eines langfristigen Trends sinkender Zinsen, der vor mehreren Jahrzehnten begonnen hat. Die Debatte über die Ursachen des jahrzehntelangen Zinsrückgangs hat bis heute zu keinem Konsens geführt und wird vermutlich noch lange weiter gehen." Ein berechtigter Kommentar weist darauf hin, dass es durchaus schon Zinszyklen von 30 und mehr Jahren gegeben hat - womit wir die Brücke zurückschlagen zu den beiden Artikeln von Farnam Street und Short Side of Long.


Viel Spaß beim Lesen und natürlich interessiert mich, welche Artikel Euch in dieser Woche im Internet aufgefallen sind, hinterlaßt doch einfach einen Kommentar!   


Covacoro



 


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