Gute Vorsätze

Kyoto - Fushimi Inari Schrein 2015 - (c) Covacoro
Kyoto - Fushimi Inari Schrein 2015 - (c) Covacoro

Der Januar ist fast vorbei und wie jedes Jahr kann man zahlreiche Jahresrückblicke online und offline lesen. Meist steht die erzielte Performance im Mittelpunkt und der Vergleich zu einer Benchmark.

 

Nur sehr wenige Autoren sind bereit und willens, Fehler zu berichten sowie sich der zweifellos schwierigen Aufgabe zu stellen, Schwächen in ihrem Investment-Prozess zu suchen. Da nur sehr wenige Investoren ihre (Kauf-) Überlegungen überhaupt schriftlich niederlegen, unterliegen sie auch häufig dem Hindsight-Bias (Rückschaufehler).

 

Daher möchte ich heute einige Anregungen geben, worauf man beim zurückblicken Wert legen sollte.

Ob das ein guter Vorsatz bleibt oder tatsächlich funktionieren wird, kommt aber auf jeden selbst an!


 

Aber wie war das Investmentjahr 2016 überhaupt? Die meisten Investoren machen das an der Entwicklung der bekannten Indizes fest und ob sie diese geschlagen haben. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht findet ihr einige Zahlen zum Beispiel hier, in einem Blogeintrag des Vermögensverwalters Dr. Hannes Peterreins.

 

Mit plus 6.9 Prozent im DAX und plus 9.8 Prozent im S&P500 war es für die meisten Anleger ein positives Jahr, da der größte Teil der Gelder ja in die Bluechips investiert ist. Nun kann man oft beobachten, dass die Performance des eigenen Depots für das Kalenderjahr mit einer oder mehreren Benchmarks verglichen wird. Auch wenn es überall gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass man stets den Index schlagen müsse, sollte man mit diesen Vergleichen sehr vorsichtig sein. Selten wird das eingegangene Risiko diskutiert, geschweige denn quantifiziert und noch seltener der langfristige Ertrag.

 

Eine gute Illustration, warum der reine Benchmark-Blickwinkel nicht ausreichend ist, liefert zum Beispiel vom Blog Value&Opportunity in seinem Performance Rückblick 2016 mit der Geschichte von Mr. Cool und Mr. Crap. Seine Meinung teile ich uneingeschränkt.

 

Daher lese ich viel lieber einen Jahresrückblick, der neben dem Zahlenwerk zur Performance und zu den Transaktionen mindestens einen Punkt diskutiert, der für die Zukunft relevant ist und als Erkenntnis gültig bleibt. Das kann ein Fehler sein, der im Investmentprozess entdeckt wurde und dem zukünftig mit einer Checkliste oder ähnlichem vorgebeugt wird. Das kann eine Betrachtung des politischen, wirtschaftlichen oder technologischen Umfeldes sein, in dem wir uns bewegen. Das kann eine Fallstudie zu einem Unternehmen sein oder auch ein beliebiges Aha-Erlebnis im Verlauf des Börsenjahres.

 

Daher anbei eine kleine Auswahl an Artikeln, die diesem Anspruch meiner Meinung nach gerecht werden und die Anregung sein könnten, wie jeder von uns zukünftig besser Rückschau halten kann. Denn eigentlich ist es gar nicht so schwer, neben den Renditezahlen auch einige Lessons learned aufzuschreiben. Nicht jeder muss es ja in der Perfektion erledigen wie John Kingham.

Beschäftigen wir uns einfach stärker mit dem Risiko und der Vermeidung und dem Lernen aus Fehlern, das würde unsere langfristigen Ergebnisse deutlich verbessern!

 


 

Rule No. 1: Never Lose Money.

Rule No. 2: Never Forget Rule No. 1.

Warren Buffet

 


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